Goethe schafft es immer wieder, mich zu überraschen. Erst kürzlich las ich wieder einen Goethe-Satz, der mehr enthält als ganze Regale voll von Büchern zum selben Thema:

Wir sind naturforschend Pantheisten, dichtend Polytheisten, sittlich Monotheisten.

Wie macht der Mann das? Selbst die Überraschung gerät ja, wenn man sie zu erwarten beginnt, in die Gefahr, ihren Reiz zu verlieren. Jemand also, der immer wieder überrascht, muß über einiges mehr verfügen als bloß die Fähigkeit zu überraschen.

Ich lese Goethe, seit ich denken kann; manches von ihm immer wieder. Er ist der einzige Dichter, der Continue reading »

 

Ich hege – das zur Versicherung zu Recht besorgter Mitmenschen – keineswegs die Absicht, dieses Journal zu einem Spiegel von Webaktivitäten und womöglich gar des so sinnfrei wie bodenlosen Blogwesens verkommen zu lassen. Aber manche Funde sind doch zu schön, sie nicht zu bringen.

In einer zwei Jahre alten Diskussion in einem jener Blogs wird es heftig, indem sich ein Streit um die Bewertung des Kommunismus entfacht. Die Teilnehmer haben allesamt unrecht, die für ihn sind wie die, die gegen ihn sind. Es gibt, der Titel meines Eintrags deutet es an, nicht nur eine rechte Romantik, sondern auch eine linke Continue reading »

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