<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Goethesdienst</title>
	<atom:link href="http://www.felix-bartels.de/2009/06/23/goethesdienst/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.felix-bartels.de/2009/06/23/goethesdienst/</link>
	<description>Journal für die elegante Welt. Von Felix Bartels</description>
	<lastBuildDate>Sat, 27 Feb 2010 15:40:29 +0100</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.6</generator>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
		<item>
		<title>Von: Pingback: NachdenklicheKrankenschwester</title>
		<link>http://www.felix-bartels.de/2009/06/23/goethesdienst/comment-page-1/#comment-50</link>
		<dc:creator>Pingback: NachdenklicheKrankenschwester</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 19:40:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.felix-bartels.de/?p=170#comment-50</guid>
		<description>[...] by nachdenklichekrankenschwester on Juni 30, 2009   Felix Bartels hat mir durch seinen Blog-Eintrag &#8220;Goethesdienst&#8221; ein altes Vorhaben wieder ins Gedächtnis gerufen. Dieses, ein kleines Piece zu verfassen, wie sich [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] by nachdenklichekrankenschwester on Juni 30, 2009   Felix Bartels hat mir durch seinen Blog-Eintrag &#8220;Goethesdienst&#8221; ein altes Vorhaben wieder ins Gedächtnis gerufen. Dieses, ein kleines Piece zu verfassen, wie sich [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: FB</title>
		<link>http://www.felix-bartels.de/2009/06/23/goethesdienst/comment-page-1/#comment-41</link>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 20:01:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.felix-bartels.de/?p=170#comment-41</guid>
		<description>Was Sie sagen, ist nicht verkehrt, dennoch ziehe ich es vor, die Sache in einer etwas anderen Perspektive zu betrachten.

Es handelt sich bei den drei Philosophen nicht um den Versuch, Gott &quot;in irgendeiner Form hinüberzuretten&quot;. Was diese Philosophen vielmehr begriffen haben, das ist, daß die Theologie und der Gottesbegriff von Beginn an einen rationalen Kern hatten. Diesen Kern (und nicht die Hülle) zu retten, das war ihr Versuch. Im Pantheismus wird das Irrationale abgestoßen, und der rationale Kern ist es, der aufbewahrt wird. Und aufbewahrt werden muß er, weil es nicht möglich ist, das Wahre oder das Sein anders als absolut zu denken. Wir brauchen einen höchsten Begriff von Wahrheit, der das bezeichnet, was schlechthin der Fall ist, was das Gesamt aller objektiven Gegebenheiten ausmacht. Da dieses Gesamt ein Miteinander unvereinbarer und überdies sehr zahlrreicher, wenn nicht gar unendlicher Bestimmungen ist, ist es nicht möglich, die Sache vollständig zu bestimmen. Aber der Begriff selbst wird gebraucht, weil er unser Denken zusammenhält und verhindert, daß wir uns in der Sinnlosigkeit des radikalen Relativismus und Skeptizismus verlieren.

Die Funktion des Gottesbegriff war philosophisch genau die, dem menschlichen Verstand, der von endlicher Natur ist und der nur mit endlichen Bestimmungen arbeiten kann, Abhilfe zu schaffen; die Lücke zwischen dem endlichen Stand des Wissens und der Unendlichkeit des Seins zu füllen. Der Gottesbegriff war historisch noch vieles mehr, aber der Pantheismus hat ihn auf diese eine, sehr erhaltenswerte Funktion beschränkt. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob es überhaupt nötig war, diesen Begriff auch dann noch Gott zu nennen. Aber das ist nur eine semantische Frage; der begriffliche Inhalt - das Absolute - ist, worauf es ankommt. Man soll den Charakter von Philosophien nach ihrem Inhalt und nicht nach ihrer Wortwahl bestimmen.

Um noch eine Differenz zwischen Hegel, Spinoza und Leibniz zu machen. Die Theologie von Leibniz ist noch eine echte Theologie, obgleich auch er schon philosophisch ein Atheist ist (ein Atheist eben im Inhalt, nicht in der Sprache). Spinozas Philosophie ist sehr vernünftig, aber aufgrund ihrer Schwächen im epistemologischen Bereich auch sehr angreifbar. Fichte hat einmal treffend über Spinoza bemerkt: Wenn die Ontologie, die er behauptet, wirklich stimmte, dürfte er (Spinoza) sein Wissen über sie (die Ontologie) gar nicht besitzen können. Hegel wiederum hat die gesamte Erkenntniskritik der Kant-Epoche durchlaufen und ist in dieser Frage gut aufgestellt. Sein Gottesbegriff ist gewissermaßen auch pantheistisch, aber man muß auch berücksichtigen, daß er dem Gottesbegriff seinen Platz vor allem historisch zuweist. Die Theologie, betont Hegel, hat denselben Gegenstand wie die Philosophie, aber sie arbeitet mit einem anderen Verfahren. Hegel anerkennt, was es an der Religion anzuerkennen gibt, weil er zur Geschichte überhaupt stets ein affirmatives Verhältnis besitzt, worin es darum geht, das Aufhebenswerte aufzuheben, aber Hegel arbeitet mit einer anderen Methode als die Theologie, der er eindeutig einen prä-philosophischen Platz zuweist.

Ein kurzes Wort noch zur Klarheit der erwähnten Philosophen: Spinoza ist natürlich leichter zu rezipieren als Leibniz und Hegel. Er hat ja auch die naivste Philosophie der drei (und das liegt nicht einmal an ihm, sondern daran, daß es komplexere Philosophien als Hegels und Leibniz&#039; eigentlich kaum gibt). Weder Hegel noch Leibniz sind &quot;verworren&quot;; freilich manchmal verwirrend. Aber dieses Verwirrende liegt einfach in der Schwierigkeit des Gegenstandes und in ihrer Philosophie, die dieser Schwierigkeit gerecht zu werden sich müht. Es ist nicht die Aufgabe der Philosophen, ihre Philosophie danach auszurichten, wie gut sie verstanden wird. Der Philosoph ist der Wahrheit verpflichtet, nichts anderem.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was Sie sagen, ist nicht verkehrt, dennoch ziehe ich es vor, die Sache in einer etwas anderen Perspektive zu betrachten.</p>
<p>Es handelt sich bei den drei Philosophen nicht um den Versuch, Gott &#8220;in irgendeiner Form hinüberzuretten&#8221;. Was diese Philosophen vielmehr begriffen haben, das ist, daß die Theologie und der Gottesbegriff von Beginn an einen rationalen Kern hatten. Diesen Kern (und nicht die Hülle) zu retten, das war ihr Versuch. Im Pantheismus wird das Irrationale abgestoßen, und der rationale Kern ist es, der aufbewahrt wird. Und aufbewahrt werden muß er, weil es nicht möglich ist, das Wahre oder das Sein anders als absolut zu denken. Wir brauchen einen höchsten Begriff von Wahrheit, der das bezeichnet, was schlechthin der Fall ist, was das Gesamt aller objektiven Gegebenheiten ausmacht. Da dieses Gesamt ein Miteinander unvereinbarer und überdies sehr zahlrreicher, wenn nicht gar unendlicher Bestimmungen ist, ist es nicht möglich, die Sache vollständig zu bestimmen. Aber der Begriff selbst wird gebraucht, weil er unser Denken zusammenhält und verhindert, daß wir uns in der Sinnlosigkeit des radikalen Relativismus und Skeptizismus verlieren.</p>
<p>Die Funktion des Gottesbegriff war philosophisch genau die, dem menschlichen Verstand, der von endlicher Natur ist und der nur mit endlichen Bestimmungen arbeiten kann, Abhilfe zu schaffen; die Lücke zwischen dem endlichen Stand des Wissens und der Unendlichkeit des Seins zu füllen. Der Gottesbegriff war historisch noch vieles mehr, aber der Pantheismus hat ihn auf diese eine, sehr erhaltenswerte Funktion beschränkt. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob es überhaupt nötig war, diesen Begriff auch dann noch Gott zu nennen. Aber das ist nur eine semantische Frage; der begriffliche Inhalt &#8211; das Absolute &#8211; ist, worauf es ankommt. Man soll den Charakter von Philosophien nach ihrem Inhalt und nicht nach ihrer Wortwahl bestimmen.</p>
<p>Um noch eine Differenz zwischen Hegel, Spinoza und Leibniz zu machen. Die Theologie von Leibniz ist noch eine echte Theologie, obgleich auch er schon philosophisch ein Atheist ist (ein Atheist eben im Inhalt, nicht in der Sprache). Spinozas Philosophie ist sehr vernünftig, aber aufgrund ihrer Schwächen im epistemologischen Bereich auch sehr angreifbar. Fichte hat einmal treffend über Spinoza bemerkt: Wenn die Ontologie, die er behauptet, wirklich stimmte, dürfte er (Spinoza) sein Wissen über sie (die Ontologie) gar nicht besitzen können. Hegel wiederum hat die gesamte Erkenntniskritik der Kant-Epoche durchlaufen und ist in dieser Frage gut aufgestellt. Sein Gottesbegriff ist gewissermaßen auch pantheistisch, aber man muß auch berücksichtigen, daß er dem Gottesbegriff seinen Platz vor allem historisch zuweist. Die Theologie, betont Hegel, hat denselben Gegenstand wie die Philosophie, aber sie arbeitet mit einem anderen Verfahren. Hegel anerkennt, was es an der Religion anzuerkennen gibt, weil er zur Geschichte überhaupt stets ein affirmatives Verhältnis besitzt, worin es darum geht, das Aufhebenswerte aufzuheben, aber Hegel arbeitet mit einer anderen Methode als die Theologie, der er eindeutig einen prä-philosophischen Platz zuweist.</p>
<p>Ein kurzes Wort noch zur Klarheit der erwähnten Philosophen: Spinoza ist natürlich leichter zu rezipieren als Leibniz und Hegel. Er hat ja auch die naivste Philosophie der drei (und das liegt nicht einmal an ihm, sondern daran, daß es komplexere Philosophien als Hegels und Leibniz&#8217; eigentlich kaum gibt). Weder Hegel noch Leibniz sind &#8220;verworren&#8221;; freilich manchmal verwirrend. Aber dieses Verwirrende liegt einfach in der Schwierigkeit des Gegenstandes und in ihrer Philosophie, die dieser Schwierigkeit gerecht zu werden sich müht. Es ist nicht die Aufgabe der Philosophen, ihre Philosophie danach auszurichten, wie gut sie verstanden wird. Der Philosoph ist der Wahrheit verpflichtet, nichts anderem.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Calendula</title>
		<link>http://www.felix-bartels.de/2009/06/23/goethesdienst/comment-page-1/#comment-40</link>
		<dc:creator>Calendula</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 19:25:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.felix-bartels.de/?p=170#comment-40</guid>
		<description>Die Wahrheit ist nicht absolut. Das ist Atheismus.

Alles andere  - Leibniz, Spinoza, Goethe - sind die ehrenwerten, aber nutzlosen Versuche, GOtt in irgendeiner Form hinüberzuretten. Eine Anstrengung, die ihrerseits viel Gutes und Kluges zeitigte, aber ihren eigentlichen Zweck ganz und gar verfehlt hat.

Spinoza ist übrigens sehr lesbar. Große Klarheit. Dagegen sind Leibniz und Hegel fürchterlich verworren. Goethe hat sich Mühe gegeben.

Atheisten sind wir, wenn wir ehrlich sind.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahrheit ist nicht absolut. Das ist Atheismus.</p>
<p>Alles andere  &#8211; Leibniz, Spinoza, Goethe &#8211; sind die ehrenwerten, aber nutzlosen Versuche, GOtt in irgendeiner Form hinüberzuretten. Eine Anstrengung, die ihrerseits viel Gutes und Kluges zeitigte, aber ihren eigentlichen Zweck ganz und gar verfehlt hat.</p>
<p>Spinoza ist übrigens sehr lesbar. Große Klarheit. Dagegen sind Leibniz und Hegel fürchterlich verworren. Goethe hat sich Mühe gegeben.</p>
<p>Atheisten sind wir, wenn wir ehrlich sind.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: FB</title>
		<link>http://www.felix-bartels.de/2009/06/23/goethesdienst/comment-page-1/#comment-39</link>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 18:49:30 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.felix-bartels.de/?p=170#comment-39</guid>
		<description>Und ich bin nun Sir Isaac, der im Schatten des Baumes weilt, bereit, seine Rübe hinzuhalten, so der Apfel, sich daran macht, den Erdboden anzusteuern, auf daß er (der Sir) begreife, was er ohnedies nicht begriffen hätte.

Pantheismus, verehrte Dame, ist nur ein anderes Wort für Atheismus. Oder sagen wir besser: klug verstandener Atheismus kann nichts anderes sein als Pantheismus.

Der Pantheismus stellt die Beheuptung auf, daß das Göttliche das schlechthin Wahre, das Absolute ist. Somit gehen Gott und das Sein in seiner allgemeinsten Bestimmung eine Identität sein. Wo aber Gott einfach als identisch mit der Welt gesetzt wird, wird er aus der Welt ausgeschlossen. Man erhält einen Gottesbegriff, an dem kein Platz für Irrationales mehr ist. Gott ist die Welt, und folglich ist er nicht in der Welt. Er kann dort so wenig sein, wie die Welt in sich selbst sein kann. Wenn Gott für das Universelle oder Absolute steht, ist das im Grunde die Aufhebung des Gottesbegriffs. Genau das scheint mir der tiefere Sinn der Theologie solcher Philosophen wie Spinoza, Leibniz und Hegel zu sein. An der Theologie dieser Philosophen ist kein Funken Irrationalität.

Goethe hielt übrigens nicht wenig von Hegel, war aber vor allem von Spinozas Philosophie angetan. Und wenn ich die Stelle oben ins Auge fasse, bleibt vielleicht noch anzumerken, daß Goethe den Begriff der Natur oft auch über das bloß Physische oder Biologische hinaus benutzte, im ontologischen Sinn.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und ich bin nun Sir Isaac, der im Schatten des Baumes weilt, bereit, seine Rübe hinzuhalten, so der Apfel, sich daran macht, den Erdboden anzusteuern, auf daß er (der Sir) begreife, was er ohnedies nicht begriffen hätte.</p>
<p>Pantheismus, verehrte Dame, ist nur ein anderes Wort für Atheismus. Oder sagen wir besser: klug verstandener Atheismus kann nichts anderes sein als Pantheismus.</p>
<p>Der Pantheismus stellt die Beheuptung auf, daß das Göttliche das schlechthin Wahre, das Absolute ist. Somit gehen Gott und das Sein in seiner allgemeinsten Bestimmung eine Identität sein. Wo aber Gott einfach als identisch mit der Welt gesetzt wird, wird er aus der Welt ausgeschlossen. Man erhält einen Gottesbegriff, an dem kein Platz für Irrationales mehr ist. Gott ist die Welt, und folglich ist er nicht in der Welt. Er kann dort so wenig sein, wie die Welt in sich selbst sein kann. Wenn Gott für das Universelle oder Absolute steht, ist das im Grunde die Aufhebung des Gottesbegriffs. Genau das scheint mir der tiefere Sinn der Theologie solcher Philosophen wie Spinoza, Leibniz und Hegel zu sein. An der Theologie dieser Philosophen ist kein Funken Irrationalität.</p>
<p>Goethe hielt übrigens nicht wenig von Hegel, war aber vor allem von Spinozas Philosophie angetan. Und wenn ich die Stelle oben ins Auge fasse, bleibt vielleicht noch anzumerken, daß Goethe den Begriff der Natur oft auch über das bloß Physische oder Biologische hinaus benutzte, im ontologischen Sinn.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Vera Aloe</title>
		<link>http://www.felix-bartels.de/2009/06/23/goethesdienst/comment-page-1/#comment-38</link>
		<dc:creator>Vera Aloe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 18:18:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.felix-bartels.de/?p=170#comment-38</guid>
		<description>Wenn wir in der Natur Pantheisten, in der Kultur Polytheisten und in der Moral Monotheisten sind - in welcher Kategorie sind wir dann Atheisten?
Jetzt sagen Sie nicht: im Glauben. Sonst fall ich noch von Ihnen ab wie der Apfel vom Stamm.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir in der Natur Pantheisten, in der Kultur Polytheisten und in der Moral Monotheisten sind &#8211; in welcher Kategorie sind wir dann Atheisten?<br />
Jetzt sagen Sie nicht: im Glauben. Sonst fall ich noch von Ihnen ab wie der Apfel vom Stamm.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
