Ruf zur Ordnung
Ich habe es gestern wirklich etwas übertrieben: In aller Hast schrieb ich meinen Eintrag; zur Zeit ja schaffe ich es noch, täglich einen zu schreiben. Die Frequenz wird über kurz oder lang sicher sinken, schon weil die Zeit, die mir meine Arbeit läßt, obgleich mein Eifer unvermindert ist, eigenartigerweise immer geringer wird.
Natürlich ist dieses Journal im Verhältnis zu meiner wirklichen Arbeit sekundär. Doch zur Korrektur des hier Geschriebenen sollte dann wohl doch genug Zeit sein. So flatterte mir gestern ein Poem meines lieben und überaus talentierten Freundes Konrad Astfalck ins Haus:
BETRIEBSBLIND
Täglich geht es Schlag auf Schlag,
Bartels’ Füllhorn pumpt nach Kräften.
Manches Steinchen finden wir
In den eignen Stiefelschäften.Auf dem Wege weg von aller
Tagesdummen Nichtigkeit
Häufen sich, mit Kurs nach oben,
Fehler seiner Flüchtigkeit.Ganze zehn hab ich gezählet,
Als ich heut den Eintrag las.
Dem Philister, mir zuliebe:
Bartels, korrigiern Sie das!
Was ich sofort tat und feststellte, daß es sogar noch mehr als nur zehne waren. Dem Wunsch zur Rechtfertigung folgend antwortete ich dem Herrn dann auf die Weise:
Bartels ächzt, und Bartels trauert,
Wenn er täglich Stück um Stück
Sein Journal zum Weltbild mauert,
Denn die Zeit kommt nicht zurück.Und so folgt bei seiner Liebe
Zur Idee und Seltenheit,
Daß ihm kaum ein Stündchen bliebe,
Hielt er nicht auf Flüchtigkeit.