Ich bin sicher kein großer Verehrer dieses Dichters. Das meiste, was Böll geschrieben hat, hat mich, wie ich gestehen muß, gelangweilt. Immerhin: “Nicht nur zur Weihnachtszeit” und “Das gesammelte Schweigen des Dr. Murke” sind wunderbare Erzählungen, vielleicht sogar Glanzstücke deutscher Prosa.

Bölls bestes Prosastück ist indes ein ganz kleines, kaum bekanntes. Es ist, wenn ich es richtig verstehe, eine Parabel auf das Verhältnis, in dem Repression und Gehirnwäsche im modernen Zeitalter stehen. Gerade in Bezug auf die Wirkweisen unserer durch die modernen Medien getragenen Bewußtseinsindustrie scheint mir das ein überaus aktuelles Thema. Wer das Denken und Fühlen der Menschen bestimmen kann, bedarf nicht mehr so sehr der äußerlichen Absicherungen wie wenn er die Hoheit über der Menschen Innerstes nicht hätte.

Durchaus lesen

  5 Responses to “Heinrich Böll”

  1. [...] Lesen und drüber nachdenken! [...]

  2. [...] Felix Bartels, via [...]

  3. [...] findet sich ein interessante Zitat von Heinrich Böll mit Quellenverweis, zwei Formen des Eingesperrt sein, doch ist eine beschränkter noch als die andere. Die Eule [...]

  4. Wenn Sie von Heinrich Bölls Geschichten größtenteils gelangweilt waren, würde mich doch brennend interessieren, welche davon Sie gelesen haben, wenn es mir gestattet ist, danach zu fragen. Ich muss gestehen “schön” oder “lustig” sind die wenigsten davon, aber das liegt wohl an der Zeit und den Zusammenhängen, von denen er berichtet. Tatsächlich ist die einzige Geschichte von ihm, die wirklich amüsant ist und mir statt freudlosem Lachen über tiefschwarzen Humor, wahrlich schallendes Lachen über die kleineren und größeren, humorvollen Seitenhiebe gegen “Gott und die Welt” entlockt, der Roman “Ende einer Dienstfahrt”. Die anderen Geschichten, Romane und Prosatexte sind ernst, meist traurig, einige sogar ekelerregend (Was wiederum nicht am Schriftsteller, sondern am Thema liegt), dazu gehören “Der Zug war pünktlich” und “Im Tal der donnernden Hufe”. Aber “langweilig” ist nicht das Wort, dass mir zu Heinrich Böll einfallen würde. Jedoch ist das meine Meinung, es darf ja durchaus noch andere geben – und wer bin ich zu beurteilen, ob nun die meine Meinung stimmt oder nicht. Für mich ist es die Wahrheit, was es für euch ist, sei auch euch überlassen…

  5. Jedoch ist das meine Meinung, es darf ja durchaus noch andere geben

    Sie sagen es.

Sorry, the comment form is closed at this time.

   
© 2011 Neuestes vom Parnassos Suffusion theme by Sayontan Sinha