Die Krenzen schlechter Argumente III

Das Nachdenken über die Systemfrage hat die Erkenntnis erbracht, daß es kein absolutes Besser oder Schlechter gibt, sondern daß Systeme immer nur im Licht bestimmter Ziele besser oder schlechter sind. Was an einem System als besser oder schlechter angesehen werden muß, liegt also in den Interessen und Bedürfnissen des jeweiligen Menschen, der es bewertet. Er entscheidet, welchen Zielen er den Vorrang gibt, welche ihm zweitrangig und welche ihm überhaupt nicht erstrebenswert scheinen. Die Politik, will ich damit sagen, steht von Anfang bis Ende unter dem Vorzeichen der Subjektivität, denn in ihr verfolgen Menschen ihre Interessen, und Interessen sind subjektiv.

Der Marxismus nimmt gern für sich in Anspruch, den Sozialismus von einer Utopie zur Wissenschaft entwickelt zu haben. Sofern sich dieser Gedanke auf die Methode bezieht, ruht in ihm eine gewisse Wahrheit, und ich sage das eingedenk der Tatsache, daß weißgott nicht alles, was marxistisch daherkommt oder auch marxistisch ist, gleich wissenschaftlich genannt werden kann (es ist eine Eigenheit der marxistischen Tradition, gern “wissenschaftlich” anstelle von “politisch” zu sagen; das Theorem der Einheit von Wissenschaftlichkeit und Parteilichkeit ist an Dummheit wohl kaum zu überbieten; vielleicht ist es deswegen so irrsinnig beliebt bei denen, die von Wissenschaft keinen Schimmer haben). Was indes vom Übergang der Utopie zur Wissenschaft unbetroffen bleibt, ist das Ziel des Handelns, der eigentliche Grund der politischen Bewegung. (weiterlesen…)