Vergnügliches zum 13. August

Da auch dieses Jahr sich von den anderen insofern nicht unterscheidet, als der 13. August in Funk und Presse einmal mehr nur moralisch-emotional reflektiert wird und von historischen, politischen oder ökonomischen Zusammenhängen einmal mehr nicht die Rede ist, will auch ich mich diesem Chor der Subjektivität anschließen, allerdings auf würdigere Weise: vergnüglich nämlich.

Es wohnte unter uns vor nicht langer Zeit ein Dichter, den man in nicht ferner Zukunft - und dann für immer – den größten Dichter des 20. Jahrhunderts heißen wird: Peter Hacks, und der hatte einen Freund, den man, auch wenn die Nachwelt dem Mimen etc. pp., als einen der großen Schauspieler des 20. Jahrhunderts im Gedächtnis behalten wird: Eberhard Esche. Der hatte eine Landhaus in Kraatz Ausbau, und was er darauf trieb, hat sein Freund, der Dichter, in unsterbliche Verse gegossen:

Esches Mauer

Esche, von Erfahrnem sauer,
Esche baut sich eine Mauer.
Manchem wird die Wallanlage
Mit der Zeit zur Kostenfrage,
Nicht so ihm. Nicht am Cashe,
Nicht am Baren scheitert Esche.
Esche, anders als die Meisten,
Kann sich eine Mauer leisten.

Ungeheure Fundamente
Schütten läßt der eminente
Esche, um die Feldsteinbrocken
Ganz cyclopisch aufzustocken,
Daß ihm Schutz und Zuflucht biet
Megalith um Megalith.
Schließlich hat er das Projekt
Noch mit Schindeln abgedeckt.
Ihn enthebt Befestigung
Jeglicher Belästigung.
Nicht die allerkleinste Bresche
In der Mauer duldet Esche.

Wie lebt Esche als Erbauer
Jener vorgedachten Mauer?
Etwa bei extremen Hitzen,
Die nicht Jeder überdauert,
Finden wir ihn wohlummauert
In dem Mauerschatten sitzen.

Kurz, mit dieser Mauer baut
Esche eine zweite Haut,
Daß zu innerstem Gelände
Kein Verwegner Zugang fände.
Es genießt der Mauerbauer
Esche seine Mauer-Power
Seines Werts und Daseins froh,
Dort in Kraatz bei Buberow.

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