ex oriente lux

Wenn Sie glauben, unser Wahlkampf sei eine Veranstaltung von Schmocks gegen Schmocks um die Gunst von Schmocks, haben Sie vermutlich recht, denn um wessen Gunst in Wahlkämpfen von jeher gefochten wird, das sind nicht die Stamm- oder die Nichtwähler, die ganz genau wissen, was sie wollen, wissen, welchen Idealen sie anhängen und welche politischen Kräfte für die Beförderung dieser ihrer Ideale stehen. Um wen in Wahlkämpfen gekämpft wird, das sind immer nur die sogenannten Wechselwähler, also der am wenigsten gescheite und am leichtesten beeinflußbare Teil der Bevölkerung. Es sind immer die Wechselwähler, die die Wahl entscheiden, und vielleicht ist das schon die ganze Erklärung dafür, daß es sauber geführte Wahlkämpfe, die an die Intelligenz, die Selbstachtung und die Tugenden der Menschen appellieren, anstatt mit ihren Ängsten, Ressentiments und geistigen Grenzen zu spielen, noch nie gegeben hat.

Populismus ist nicht die Perversion der Idee des Parlamentarismus, sondern deren praktische Gestalt. Wer glaubt, daß das eine vom anderen trennbar ist, hat sich selbst sauber abgetrennt: von der Wirklichkeit nämlich.

Indessen gibt es Ausprägungen von Populismus, die den nichtteilnehmenden Beobachter beinahe mit den gewöhnlichen Formen des Populismus zu versöhnen imstande sind. Daß man, solche Formen zu sehen, Deutschland verlassen muß, spricht vielleicht ein wenig für dieses Land. Wie immer: Meiner werten Gattin, die sich in Fernost etwas auskennt, danke ich (weiterlesen…)