Fahrplan

Glauben Sie mir: Wenn ich nicht dazu komme, mein kleines Journal regelmäßig mit Einträgen zu füllen, dann weil mich Wichtigeres beschäftigt. Hieraus allerdings abzuleiten, daß ich an Beschäftigungslosigkeit leide, sobald hier wieder mehr los ist, gilt freilich nicht, weil diese Art Umkehrung, zumindest nach den Regeln der Logik, nie gilt.

Das Problem mit der Arbeit ist, daß sie selbst nicht interessiert. Interessant ist allein das Ergebnis. Und ich gebe mich somit zu erkennen als einer, der den festen Vorsatz hat, Sie zu langweilen, wenn er Ihnen jetzt einen Einblick in seine Arbeitsstube gewährt. Hier also, als Auszug von meiner Wandtafel, mein Arbeitsplan für die Fertigstellung des Hacks-Lexikons (und wenn Sie den Eindruck haben, daß meine Handschrift derjenigen von Peter Hacks gleicht, dann hätten Sie sie einmal vor zehn Jahren sehen sollen). (weiterlesen…)

Bartels spricht

Letzte Woche wurde ich von der Hacks-Seite gebeten, ein Interview zu den Perspektiven des Hacks-Lexikons, an dem ich gegenwärtig arbeite, zu geben. Ich bin dem vor ein paar Tagen nachgekommen, nun ist es veröffentlicht und so veröffentliche ich es auch hier:

www.peter-hacks.de Bis vor kurzem haben Sie unter dem Begriff Hacks-Enzyklopädie z.B. auf der Domain www.hacks-enzyklopaedie.de eine Reihe von Büchern zu Hacks angekündigt. Können Sie uns bitte kurz erläutern, was Sie unter der Hacks-Enzyklopädie verstehen?

Felix Bartels Die Idee zur Hacks-Enzyklopädie ist entstanden zu einem Zeitpunkt, an dem eine philologische Grundlagenarbeit zum Dichter Hacks nicht nur kaum vorhanden, sondern auch nicht absehbar war. Wir wollten das ändern, Peter Hacks also biographisch, begrifflich und werkbezogen urbar machen. Er tritt ja immer in einer Form an die Leser. Die Form gefällt natürlich, aber Wissenschaft beginnt dort, wo nicht nur die Erscheinung konsumiert, sondern ihr auch dahinter gekommen wird.

www.peter-hacks.de Und hierzu sollte die Hacks-Enzyklopädie dienen?

Felix Bartels Wir hatten fünf Bereiche, die den Gegenstand Hacks abdecken sollten: ein Begriffslexikon, um das Denken von Hacks lexikalisch aufzuschlüssen, einen Bereich zum poetischen Werk, worin sämtliche Dramen von Hacks in den bekannten Aspekten (Entstehungsgeschichte, Inhalt, formale Struktur, Deutungsansätze, Rezeption usf.) behandelt werden sollten, als dritte Abteilung eine Bibliographie mit beigeordneten Sonderverzeichnissen (Vertonungen, Verfilmungen, Aufführungen etc.); schließlich noch für die biographische Erschließung das ehrgeizige Vorhaben einer Tag-für-Tag-Chronik sowie ein Lexikon der Personen, die in Hacksens Leben, Denken oder Schaffen eine wichtige Rolle spielten. Intern war uns bezüglich der Chronik und des Personenlexikons klar, dass es eigentlich (weiterlesen…)

Was ist ein guter Dialog?

In der Frage, was einen guten Dialog ausmache, steckt zugleich die Frage, woran ein schlechter Dialog kenntlich sei. Ein schlechter Dialog ist einer, dessen Inhalt auch in anderer Form, z.B. in linearer Rede oder in einem Traktat hätte ausgestellt werden können. Wenn, was in einem Dialog verhandelt wird, nicht notwendig in Dialogform verhandelt werden mußte, muß der Dialog als schlecht gelten, gleich wie unterhaltsam, kunstvoll, gedankentief oder originell er im übrigen ist.

Ein guter Dialog kann sich nur dort entwickeln, wo eine geeignete Ausgangslage vorliegt. Eine solche sehe ich allein gegeben, wenn die Positionen aller Teilnehmer, die in einem Dialog aufeinandertreffen, so beschaffen sind, daß erstens keine von ihnen selbst die höchstmögliche Erkenntnis bereits enthält, gedankliche Totalität herzustellen also durchaus erst Aufgabe des lebendigen Dialogverlaufs ist, und wenn sie zweitens einander auf eine solche Art begegnen, daß eine produktive Steigerung über die einzelnen Positionen der Teilnehmer hinaus möglich ist.

Die erste Bedingung ist wichtig, weil in dem Fall, in dem (weiterlesen…)

Der neue Diercke

erscheint im Juni 2010. Für den Fall, daß Sie sich fragen, woran ich zur Zeit arbeite:

Landkarte_Cover

Mit den neuesten Methoden der wissenschaftlichen Kartographie erstellt, enthält die Landkarte zugleich zeitlose und allgemeingültige Maßstäbe, die eine Gesamtschau auf die Landschaft ermöglichen, wie sie bislang nur von wenigen Atlanten geleistet wurde. Dabei erfaßt dieses Kartenwerk eine Vielzahl von Wegen und Ortschaften, die bislang in noch keiner Karte verzeichnet gewesen sind, so daß wir meinen, ihm voraussagen zu dürfen, daß es einen neuen Standard setzen wird. Es sollte in keiner Reisebibliothek fehlen.

Sichern Sie sich frühzeitig Ihr Exemplar, und Sie werden nie mehr Ihr GPS verfluchen müssen!  (weiterlesen…)

Der Blinde und die Farbe

Wer gestern auf der zweiten Peter-Hacks-Tagung einen Stuhl besetzt hielt, konnte eines merkwürdigen Schauspiels ansichtig werden: Er konnte sehen, wie ein Sehender unterläßt, einem Blinden zu erklären, was Farbe ist. Gut, mögen Sie sagen, been there, done that. Mag sein, entgegne ich. Aber was interessieren mich Ihre Erfahrungen? Hier geht es um die meinen. Doch der Reihe nach.

Die Peter-Hacks-Tagung ist eine Veranstaltung, deren vornehmes Ziel darin liegt, die Beschäftigung mit dem Dichter Hacks im akademischen Betrieb voranzutreiben, daß sie extensiver und intensiver werde. Für dieses große und schöne Vorhaben bereits sei ihr, d.h. ihren Veranstaltern, ein Dank ausgesprochen, der durch nichts zu mindern ist. Durch andere wissenschaftliche Leistungen, die neben der Peter-Hacks-Tagung vollbracht werden oder noch im Begriffe sind, in das Reich der Tatsachen zu treten, ebenso wenig wie durch all jene Schwierigkeiten und Abstriche, die die Umsetzung eines größeren Vorhabens wohl unvermeidlich mit sich bringt.

Ich lobe ungern. Das hat immer etwas Peinliches, und im übrigen passiert es nicht selten, daß man mit einem Lob den Gelobten überfordert oder auch unterfordert. Beides verdrießt, den Gelobten wie den Lobenden. Aber meine Pflicht zu tun, muß ich natürlich erwähnen, daß auf der gestrigen Peter-Hacks-Tagung sechs Vorträge zu hören waren, von denen einer (weiterlesen…)

Matuschiade

Durchlaufen hab ich die furchtbare Bahn, sagte Klopstock einstens, als er seine Messiade nach Jahrzehnten fertiggestellt hatte. Ich meines Orts habe nicht solange gebraucht, um das, was für Alfred Matusches 100. Geburtstag zu tun war, hinter mich zu bringen, aber ich kann Sie beruhigen: Meine Liebesmüh war ganz so vergebens nicht wie die, die Klopstock mit der Herstellung jenes unlesbaren Dingsbums hatte, das etwas wie eine Ilias der Deutschen werden sollte, dann aber was ganz anderes wurde: ein – nunja – unlesbares Dingsbums.

Matusches Dramen haben dem Klopstockschen Epos immerhin das voraus, daß sie von einem Teil des Publikums gern gelesen werden. Ich will gar nicht scherzen: Matusche ist nicht jedermanns Sache, aber gäbe man ihm die Chance, uneingeschränkt auf das Publikum zu wirken, wäre seine Dramatik heute zumindest von einem hinlänglich großen Teil des Publikums gelesen und geschätzt. Doch an den Theatern geht es um alles mögliche, nur nicht um das Publikum.

Ich sprach gestern (weiterlesen…)

Der Weg und das Ziel

So erleb ich nun doch, was ich in meinen besseren Stunden immer ahnte:

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Goethe in China

Wie ich wohl schon einmal hab fallen lassen, ist mir Goethe nichts Geringeres als ein Gradmesser für Gesittung; das Verhältnis, das ein Mensch zu Goethe hat, verrät nichts anderes als seine Haltung zur Welt überhaupt und den Grad, in dem er dieselbe durchschaut hat. Goethe freilich war nie und ist nicht ohne Fehl, aber er ist viel mehr als ein fehlerloser Pedant, er ist ein Beispiel.

Die Verteidigung Goethes ist das Geschäft eines jeden Menschen von Honnêteté, und für dieses Geschäft ist beinahe jedes Kampffeld geeignet. Neuerdings belehrt mich gar ein Essay meiner Gattin, daß Goethe heute am Yangtsekiang verteidigt wird. Der Text beschäftigt sich mit der Bedeutung des chinesischen Intellektuellen Guo Moruos für die Goetherezeption in China und es heißt dort am Ende:

aber eine von Friedrich Engels geäußerte Bewertung in »Deutscher Sozialismus in Versen und Prosa« hatte das Goethe-Bild radikal verändert. Statt Goethe als vollkommenen Menschen zu sehen, übernahm man nun die Ansicht von dessen Doppelcharakter, dem »genialen Dichter« einerseits und »dem behutsamen Frankfurter Ratsherrnkind resp. Weimarschen Geheimrat« andererseits. Goethes politische Haltungen wurden nie ganz verstanden, wohl aus mangelnder Kenntnis der Verhältnisse im absolutistischen Deutschland und insbesondere in Weimar, aber auch dadurch, daß ein Wort von Engels wie ein Autoritätsargument wirkte, das andersgeartete Untersuchungen lange Zeit verhinderte.

Das ist zwar richtig, aber doch viel zu zart ausgedrückt. Goethe, hätte da stehen müssen, war nicht groß, obwohl, sondern weil er ein Fürstenknecht war. (weiterlesen…)

80 Jahre Tübke, angemessen begangen

Vor genau 80 Jahren, am 30. Juli 1929, wurde Werner Tübke geboren. Er feiert heute folglich seinen 80. Geburtstag, und es ist traurig, daß wir ihn ohne ihn feiern müssen.

Werner Tübke, Selbstbildnis

Werner Tübke, Selbstbildnis

Andererseits: Der Tod von Klassikern ist ihre eigentliche Geburt, und daß Werner Tübke ein Klassiker ist, daran hat schon zu seinen Lebzeiten kaum einer gezweifelt. Ich zögere nicht, Tübke den größten Maler des 20. Jahrhunderts zu nennen. Es ist wohl weniger schwer, der größte Maler des 20. Jahrhunderts zu sein als z.B. des 16., aber immerhin hat das 20. auch ein Genie wie Dali hervorgebracht, der handwerklich vollkommen ist und an dem einzig ein gewisser Hang zur inneren Leere verdrießt. Und auch in Tübkes näherem Umfeld befinden sich ausgesprochen gute Künstler wie Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer. Man mag sie derselben Schule zurechnen oder nicht, man mag einem jeden von ihnen seine eigene Unüberholbarkeit (weiterlesen…)

Saure Angelegenheit

Der Wert einer Gesellschaft läßt sich darin messen, wie sie mit ihren Werten umgeht, mithin darin, was sie für Werte erachtet. Werte sind nicht nur Zeichen, die sich auf Registrierkassen abbilden lassen. Ein Wert ist immer unersetzbar. Wäre er ersetzbar, wöge er nicht, was er wiegt. Denn nur, was kann, was kein anderes kann, verdient, Wert genannt zu werden. Werte erlangt man seltener, als man sie verteidigt. Jeder geschichtliche Abschnitt – der eine, mag sein, mehr als der andere – hat dem Schatz der Menschheit bisher Werte hinzufügen zu können. Und ein jeder hat mehr Werte von seinen Vorgängern übernommen, als er selbst hervorbrachte. Der vernunftgemäße Zustand der Menschheit ist daher die Verteidigung der Werte.

Die Gefahr, bereits gesicherte Werte zu verlieren, ist groß. Viel größer als man denkt. Es gibt viele Beispiele, an denen man das zeigen kann. Meines ist die Überlieferung literarischer Werte. (weiterlesen…)

75 Jahre Kirsch

Zwölf Meter im Quadrat, ein Laken, Wein
Und über uns das Weltall stürzt nicht ein.

endet eines seiner schönsten Gedichte. Man wünscht, die Welt wäre wirklich so. Aber das eben ist, was Kunst macht: sie macht uns wünschen. Und sei es nur Glück wünschen wie in diesem Fall dem Rainer Kirsch, einem großen Lyriker, der heute seinen 75. Geburtstag feiert.

Daß hinter dem Lyriker Kirsch auch immer ein Kopf steckte, der ebenso wichtige Gedanken aus seinem Dichten zog wie er auch sein Dichten gedanklich untermauerte, wurde oft übersehen. Zu oft. Vielleicht ist es das traurige Schicksal der Lyriker, daß niemand ihnen glaubt, daß sie hinter ihren Versen auch noch Gedanken haben. Es geistert beim Worte Lyriker im Common Sense weithin das Bild eines ganz naturwüchsigen Poeten um, der seine Dichtung eher intuitiv, ganz ungedanklich, ausschließlich im Affekt hervorbringt und der keiner anderen Reflexionen fähig ist als der allersubjektivsten. Das mag sicher auf die meisten der gegenwärtigen Lyriker treffen; ihre Gedichte sind ja dann auch entsprechend. – Auf Kirsch trifft es nicht.

Aus diesem Grund möchte ich den Anlaß des Jubiläums nicht mit einem Kirsch-Gedicht begehen, sondern mit einer theoretischen Reflexion, die Rainer Kirsch im Januar 1980 in einem Interview mit Rüdiger Bernhardt in die Welt gesetzt hat und von der ich meine, daß sie den klassischen Kunstgedanken auf makellose Weise zur Anschauung bringt: (weiterlesen…)

Unterweisung in das Unlehrbare II

Es ist, wie es oft ist. Die Wirklichkeit mit ihrem Hang zu traurigen Angeboten stellt uns vor Alternativen, deren Abgeschmacktheit auch davon nicht verdeckt wird, daß in der Regel die eine der beiden Möglichkeiten etwas wählbarer ist als die andere. Die Religion, habe ich gestern gesagt, kann nur begriffen werden, wenn sie nicht gelehrt wird. Dasselbe gilt nun auch von der Ethik. Daß der Religionsunterricht heute allmählich durch den Ethikunterricht ersetzt wird und dieser Prozeß – hört es, Freunde in Bayern, und zittert – nicht aufzuhalten ist, mag vom Standpunkt der Gesittung ein Fortschritt sein; vom Standpunkt der Bildung ist es gehuppt wie gesprungen.

Das Thema der Ethik ist das menschliche Verhalten. Menschliches Verhalten kommt aus Gewohnheit. Gewohnheit kommt aus Praxis. Handlungen also sind es, die zu Haltungen führen. Wer anhaltend auf eine bestimmte Weise handelt, wird endlich ein auf diese Weise Beschaffener sein. Wer fleißig anhaltend ist, wird ein Fleißiger (indem Sinne, daß er den Fleiß als Haltung ausbildet und so von selbst fleißig ist). Dispositionen sind weder angeboren (wie Affekte) noch absolut (wie objektive Gegebenheiten). Was gut, schlecht, nützlich oder sinnlos ist, das lernt man nicht auf der Schulbank, sondern in der praktischen Erprobung der Ziele und Wege. Und der beste Ort, um das Leben zu proben, ist einmal das Leben.

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Unterweisung in das Unlehrbare I

Es gibt gute Gründe, Berlin zu verabscheuen. Zum Beispiel die Menschen, die dort leben. Es gibt aber auch gute Gründe, Berlin zu mögen. Zum Beispiel die Menschen, die dort leben. Ich weiß das genau, denn ich muß unter ihnen leben und habe so ihre merkwürdige Weise, diese Läppischkeit und Lebensgröße in einem, frei Haus. Berlin ist wohl der Ort in Deutschland, der das Provinzielle am gründlichsten aus sich ausgeschlossen hat, wobei das nicht heißt, daß er es vollständig verbannt hätte. Mein Lob ist, wie angedeutet, ein relatives Lob. Aber im Vergleich wird man glücklich. Man freut sich, daß man nur im kleinen Elend lebt und das größere an einem vorbeigegangen ist.

Es gibt hierfür unzählige Beispiele, und eines davon ist die Pro-Reli-Kampagne und die trockene Absage, die Berlin diesem anmaßenden Begehren erteilt hat. Bereits die Ausgangslage, das also, wogegen diese Kampagne zu Felde zog, macht den Unterschied zwischen Berlin und den meisten anderen Orten Deutschlands deutlich. In Berlin hat der Religionsunterricht nicht wie in vielen anderen Bundesländern den Rang eines regulären Pflichtfachs, von dem man (weiterlesen…)

Der Rückstoß des Blattschusses

Das Schöne an guten Gedanken ist, daß sie verräterisch sind und alle Elemente, die sie enthalten müssen, um gut zu sein, auch enthalten. Gute Gedanken sind nicht bestechlich, und sie können sich sogar gegen den richten, der sie ausspricht. Ein Jäger weiß, wovon ich rede: Selbst ein Blattschuß erzeugt einen Rückstoß. Ein guter Jäger aber ist einer, der auf solche Unannehmlichkeiten keine Rücksichten nimmt. Und für einen guten Gedanken würde ein guter Denker selbst seine Großmutter an den bösen Wolf verkaufen.

Sehr geschäftstüchtig in diesem Sinn ist Stuart Hall:

In jedem von uns steckt ein Stück eines dogmatischen Linken, das vor unserem Bewußtsein Grenzposten steht, bestimmte wesentliche, aber unbequeme Tatsachen aus unserem Gedächtnis streicht, bestimmte Fragen für indiskutabel erklärt, keinerlei Seitensprünge erlaubt und dazu beiträgt, bestimmte automatische und unhinterfragte Reflexe beizubehalten.

Was Hall hier dazu bringt, den linken Dogmatiker (weiterlesen…)

Betriebsblind

Folgenden Absatz habe ich mit eigenen Augen im Editorial der Präsentation des Dramen-Kanons von Marcel Reich-Ranicki gelesen:

Gelegentlich hört man, es sei nicht immer ganz leicht, ein Stück zu lesen. Denn der Autor, der doch im Theater die Hilfe eines Regisseurs, der Schauspieler und eines Bühnenbildners in Anspruch nimmt, appelliert beim lesenden Publikum stets an dessen Vorstellungsgabe. Das ist schon richtig, aber die hohe, die ganz große Freude bereitet immer jene Literatur, deren Lektüre auch etwas mühevoll ist. Ob wohl Hegel daran dachte, als er provozierend schrieb, das Drama sei »die höchste Stufe der Poesie und der Kunst überhaupt«?

Ich halte eigentlich (weiterlesen…)